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Wermut (Artemisia absinthium) – Überblick, Anwendung, Sicherheit
Traditionelle Bitterpflanze mit verdauungsfördernder, appetitanregender und antimikrobieller Wirkung – eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche und zur Unterstützung der Gallefunktion.
Wirkung
- Appetitanregend
- Verdauungsfördernd
- Galleflussanregend
Evidenz-Status
- Traditionell gut belegt, moderne Studien begrenzt
- Wirksamkeit beruht vor allem auf Bitterstoffen
- Von HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt
Wann hilfreich?
- Appetitlosigkeit
- Verdauungsschwäche
- Leichte Gallenfunktionsstörungen
Kurz-Dosierung
- Tee: 2–3 g Kraut pro Tag, in mehreren Portionen
- Extrakt: gemäß Herstellerangaben
- Kuren nicht länger als 2–3 Wochen
Steckbrief
- Botanik
- Artemisia absinthium L. (Asteraceae)
- Verwendet
- Kraut (oberirdische Teile zur Blütezeit)
- Leitstoffe
- Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone, Absinthin), ätherisches Öl (Thujon)
- Merkmale
- Ausdauernde, stark aromatisch duftende Staude mit silbergrauen, gefiederten Blättern
Historischer Kontext
Seit der Antike in Europa und Asien als Bitter- und Heilpflanze geschätzt. Berühmt durch die Verwendung im Absinth-Getränk im 19. Jahrhundert; in der Volksmedizin als Magenmittel etabliert.
Anwendungsgebiete
Appetitlosigkeit
Regt durch Bitterstoffe den Appetit an und fördert die Magensaftsekretion.
Mehr Details
- Wirksamkeit v. a. bei Einnahme vor den Mahlzeiten
- Kurweise Anwendung empfohlen
Verdauungsschwäche
Fördert die Sekretion von Verdauungssäften und erleichtert die Fettverdauung.
Mehr Details
- Besonders bei Völlegefühl und Blähungen nach fettreichen Mahlzeiten
- Kann Gallefluss anregen
Gallefunktion
Traditionell bei leichten Funktionsstörungen der Gallenblase angewendet.
Zubereitung & Dosierung
Tee
1–1,5 g getrocknetes Kraut mit heißem Wasser übergießen, 5–10 Min. ziehen lassen; 2–3× täglich vor den Mahlzeiten.
Flüssigextrakt
Gemäß Herstellerangaben einnehmen, oft 10–20 Tropfen vor den Mahlzeiten.
Kombinationen
Oft in Magenbitter- oder Lebertees mit Schafgarbe, Pfefferminze oder Löwenzahn kombiniert.
Wichtig
Längere oder zu hohe Dosierung wegen Thujon-Gehalt vermeiden; nicht dauerhaft einnehmen.
Sicherheit & Hinweise
Vorsicht
- Nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden
- Bei Magen- oder Darmgeschwüren kontraindiziert
- Längere Anwendung oder Überdosierung kann neurotoxisch wirken
Verträglichkeit
- In empfohlener Dosierung gut verträglich
- Selten Übelkeit oder allergische Reaktionen
Lagerung
- Trocken, kühl und lichtgeschützt lagern
- Vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung schützen
Forschung & aktuelle Themen
- Phytochemie: Bitterstoffe (Absinthin, Anabsinthin) und Thujon-haltiges ätherisches Öl
- Gastroenterologie: Förderung von Appetit und Verdauung durch Bitterrezeptor-Stimulation
- Pharmakologie: Antimikrobielle und antiparasitäre Wirkungen in vitro
Quellen (geprüft am 12.08.2025)
- EMA HMPC: Community herbal monograph on Artemisia absinthium herba. ema.europa.eu
- ESCOP Monographs: Artemisia absinthium. escop.com
- Wesołowska A. et al., 2014: Artemisia absinthium – biological properties and active compounds. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden oder Gallenwegserkrankungen ärztliche Abklärung empfohlen.
