Mädesüß (Filipendula ulmaria) – Überblick, Anwendung, Sicherheit

Traditionelle Heilpflanze mit schmerzlindernder, entzündungshemmender und schweißtreibender Wirkung – eingesetzt bei fieberhaften Erkältungen, rheumatischen Beschwerden und leichten Schmerzen.

Wirkung

  • Entzündungshemmend & schmerzlindernd
  • Fiebersenkend & schweißtreibend
  • Leicht diuretisch

Evidenz-Status

  • HMPC: traditionell belegt bei Erkältung, Fieber und Gelenkbeschwerden
  • Enthält Salicylat-Vorstufen (ähnlich Aspirin) – pharmakologisch plausibel
  • Klinische Studienlage begrenzt, v. a. Erfahrungsmedizin

Wann hilfreich?

  • Fieberhafte Erkältungen
  • Leichte Kopfschmerzen, Gelenk- & Muskelschmerzen
  • Unterstützend bei rheumatischen Beschwerden

Kurz-Dosierung

  • Tee: 1,5–4 g Blüten pro Tasse, 2–3×/Tag
  • Flüssigextrakt/Tinktur: gemäß Herstellerangaben
  • Kurweise bei akuten Beschwerden

Steckbrief

Botanik
Filipendula ulmaria (L.) Maxim. (Rosaceae)
Verwendet
Blühendes Kraut (Filipendulae ulmariae herba), Blütenstände
Leitstoffe
Phenolglykoside (Salicylat-Vorstufen: Spiraeosid, Monotropitosid), Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl
Merkmale
Mehrjährige krautige Pflanze mit cremeweißen, duftenden Blütenrispen; feuchte Standorte bevorzugend

Historischer Kontext

Bereits in der mittelalterlichen Klostermedizin genutzt. Früher Bestandteil von Bier („Mead“) und zur Aromatisierung von Getränken. Wegen ihres Gehalts an Salicylat-Vorstufen Vorläufer synthetischer Schmerzmittel.

Anwendungsgebiete

Erkältung & Fieber

Fördert Schwitzen, lindert Gliederschmerzen und unterstützt den Temperaturausgleich.

Mehr Details
  • Warmer Tee mehrfach täglich
  • Kombination mit Lindenblüten oder Holunderblüten traditionell üblich

Schmerzen & Entzündungen

Lindert leichte Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen durch salicylathaltige Inhaltsstoffe.

Mehr Details
  • Wirkt mild antiphlogistisch
  • Geeignet bei funktionellen rheumatischen Beschwerden

Harnwege

Leicht diuretisch; kann die Ausscheidung fördern und bei milden Nierenbeschwerden unterstützend wirken.

Mehr Details
  • Nur bei gesunder Nierenfunktion anwenden
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr notwendig

Zubereitung & Dosierung

Tee (Infus)

1,5–4 g getrocknetes, zerkleinertes Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen; 2–3× täglich warm trinken.

Flüssigextrakte/Tinkturen

Gemäß Herstellerangaben dosieren; standardisierte Präparate bevorzugen.

Kombinationsanwendungen

Traditionell mit schweißtreibenden Kräutern wie Holunder- oder Lindenblüten kombiniert.

Wichtig

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Salicylate nicht anwenden; nicht mit Gerinnungshemmern kombinieren ohne ärztliche Rücksprache.

Sicherheit & Hinweise

Vorsicht

  • Kontraindiziert bei Salicylat-Allergie, Asthma bronchiale oder aktiven Magen-/Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Vorsicht bei Einnahme von Gerinnungshemmern
  • Schwangerschaft & Stillzeit: keine ausreichenden Daten – meiden

Geruch

  • Angenehm süßlich, an Mandeln erinnernd
  • Geruch kann beim Trocknen intensiver werden

Lagerung

  • Trocken, dunkel und luftdicht lagern
  • Vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung schützen

Forschung & aktuelle Themen

  • Phytochemie: Enthält Vorstufen von Salicylsäure; Flavonoide und Gerbstoffe tragen zu entzündungshemmender Wirkung bei
  • Pharmakologie: Präklinische Studien zeigen antiphlogistische und analgetische Effekte
  • Klinik: Evidenz v. a. traditionell; Bedarf an randomisierten Studien

Quellen (geprüft am 12.08.2025)

  1. EMA HMPC: Community herbal monograph on Filipendula ulmaria. ema.europa.eu
  2. ESCOP Monographs: Filipendulae ulmariae herba. escop.com
  3. WHO Monographs on Selected Medicinal Plants – Filipendula ulmaria. apps.who.int

Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei schweren Schmerzen, Fieber über 39 °C oder unklaren Symptomen ärztliche Abklärung erforderlich.