Natürlich. Gesund. Effektiv.
Löwenzahn (Taraxacum officinale) – Überblick, Anwendung, Sicherheit
Bitterstoff- und mineralstoffreiche Heilpflanze mit verdauungsanregender, harntreibender und stoffwechselunterstützender Wirkung – traditionell eingesetzt bei Appetitlosigkeit, leichten Verdauungsstörungen und zur Unterstützung der Nierenfunktion.
Wirkung
- Verdauungsfördernd (bitterstoffbedingt)
- Leicht diuretisch
- Stoffwechselanregend & appetitfördernd
Evidenz-Status
- HMPC/ESCOP: traditionell belegt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden und zur Durchspülungstherapie
- In-vitro- und Tierversuche: Hinweise auf leberschützende Effekte
- Klinische Studienlage begrenzt; Einsatz vorwiegend traditionell
Wann hilfreich?
- Appetitlosigkeit
- Leichte dyspeptische Beschwerden (Völlegefühl, Blähungen)
- Unterstützend bei Harnwegsbeschwerden (Durchspülung)
Kurz-Dosierung
- Kraut: 4–10 g/Tag als Tee-Aufguss
- Wurzel: 2–8 g/Tag als Abkochung
- Frischpflanzensaft: 5–10 ml, 2–3× täglich
Steckbrief
- Botanik
- Taraxacum officinale Weber ex Wigg. (Asteraceae)
- Verwendet
- Gesamtes Kraut (Taraxaci herba cum radice), Blätter, Wurzeln, Frischpflanzensaft
- Leitstoffe
- Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), Triterpene, Inulin, Kaliumsalze, Flavonoide
- Merkmale
- Mehrjährige krautige Pflanze mit gezähnten Blättern, gelben Blütenkörbchen und Pusteblumen-Fruchtständen
Historischer Kontext
Seit dem Mittelalter in der europäischen Volksmedizin geschätzt – traditionell als „Blutreiniger“, Frühjahrskur und zur Verdauungsanregung. In vielen Kulturen als Wildgemüse verzehrt.
Anwendungsgebiete
Verdauung
Fördert die Magensaft- und Gallensekretion, regt den Appetit an und lindert leichte Verdauungsbeschwerden.
Mehr Details
- Wirksam v. a. vor den Mahlzeiten
- Auch als Bitterstoffkomponente in Magenbittern verwendet
Harnwege
Leicht harntreibend; unterstützt die Durchspülungstherapie bei leichten Harnwegsbeschwerden.
Mehr Details
- Erhöhte Flüssigkeitszufuhr erforderlich
- Keine Anwendung bei bestehenden Ödemen infolge Herz- oder Niereninsuffizienz
Leber & Stoffwechsel
Traditionell zur Unterstützung von Leber- und Stoffwechselfunktionen eingesetzt.
Mehr Details
- In Tiermodellen leberschützende Effekte beschrieben
- Klinische Bestätigung steht aus
Zubereitung & Dosierung
Kraut als Tee
4–10 g zerkleinertes Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen; 2–3× täglich.
Wurzel (Abkochung)
2–8 g geschnittene Wurzel in 250 ml Wasser kurz aufkochen, 10–15 Min. ziehen lassen; 2–3× täglich.
Frischpflanzensaft
5–10 ml, 2–3× täglich; pur oder mit Wasser verdünnt; am besten kurmäßig anwenden.
Wichtig
Auf geprüfte Arzneibuchqualität achten. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler Vorsicht. Bei Gallenwegsverschluss kontraindiziert.
Sicherheit & Hinweise
Vorsicht
- Keine Anwendung bei Verschluss oder schweren Erkrankungen der Gallenwege
- Allergische Reaktionen bei Korbblütler-Allergie möglich
- Keine Anwendung bei Ödemen aufgrund eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion
Geruch
- Frischer Löwenzahn leicht bitter-aromatisch
- Wurzel beim Trocknen erdig-süßlich
Lagerung
- Kraut und Wurzel trocken, kühl, lichtgeschützt und gut verschlossen lagern
- Frischpflanzensaft gekühlt und innerhalb weniger Tage verbrauchen
Forschung & aktuelle Themen
- Phytochemie: Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone) regen Sekretion und Appetit an; Inulin als präbiotischer Ballaststoff
- Pharmakologie: Diuretische Effekte in Tiermodellen bestätigt; antioxidative und leberschützende Wirkungen in präklinischen Studien
- Klinik: Datenlage begrenzt, traditionelle Anwendung gut etabliert
Quellen (geprüft am 12.08.2025)
- EMA HMPC: Community herbal monograph on Taraxacum officinale. ema.europa.eu
- ESCOP Monographs: Taraxaci herba cum radice. escop.com
- WHO Monographs on Selected Medicinal Plants – Taraxacum officinale. apps.who.int
Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei unklaren Bauchbeschwerden, Gelbsucht oder schweren Harnwegsproblemen ärztliche Abklärung erforderlich.
