Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) – Überblick, Anwendung, Sicherheit

Traditionelle Heilpflanze aus dem südlichen Afrika mit entzündungshemmender und schmerzlindernder Wirkung – eingesetzt bei Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Wirkung

  • Entzündungshemmend
  • Schmerzlindernd
  • Fördert Beweglichkeit bei Gelenkbeschwerden

Evidenz-Status

  • Mehrere klinische Studien belegen Wirksamkeit bei Arthrose und Rückenschmerzen
  • Wirkstoffe pharmakologisch gut untersucht
  • HMPC-Monografie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt

Wann hilfreich?

  • Arthrose
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Leichte rheumatische Beschwerden

Kurz-Dosierung

  • Trockenextrakt: 600–1200 mg pro Tag (berechnet als Harpagosid)
  • Teemischung: 1,5–3 g Wurzel pro Tasse
  • Kurmäßige Anwendung über mehrere Wochen

Steckbrief

Botanik
Harpagophytum procumbens DC. (Pedaliaceae)
Verwendet
Getrocknete Sekundärwurzeln
Leitstoffe
Iridoidglykoside (Harpagosid, Harpagid), Phenole, Flavonoide
Merkmale
Niederliegende, mehrjährige Pflanze mit auffälligen hakigen Früchten

Historischer Kontext

In der traditionellen Medizin der Khoisan und anderer Völker im südlichen Afrika seit Jahrhunderten zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. In Europa seit dem 20. Jahrhundert als pflanzliches Arzneimittel etabliert.

Anwendungsgebiete

Arthrose & Gelenkschmerzen

Kann Schmerzen lindern und Beweglichkeit verbessern.

Mehr Details
  • Wirksamkeit v. a. bei längerer Einnahme (4–12 Wochen)
  • Standardisierte Extrakte mit Harpagosid-Gehalt bevorzugen

Rückenschmerzen

Studien zeigen signifikante Linderung chronischer unspezifischer Rückenschmerzen.

Mehr Details
  • Kann als Alternative oder Ergänzung zu NSAR genutzt werden
  • Gute Verträglichkeit bei empfohlenen Dosierungen

Leichte rheumatische Beschwerden

Traditionell eingesetzt zur Unterstützung bei entzündlich-degenerativen Erkrankungen.

Zubereitung & Dosierung

Trockenextrakt

600–1200 mg pro Tag (berechnet als Harpagosid), in Kapseln oder Tabletten.

Tee

1,5–3 g zerkleinerte Wurzel mit kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen, 5–8 Min. ziehen lassen; 2–3× täglich.

Kombinationspräparate

Häufig mit Weidenrinde oder Brennnessel kombiniert für synergistische Effekte.

Wichtig

Wirkung setzt oft erst nach 2–4 Wochen ein; für nachhaltigen Effekt kurmäßig anwenden.

Sicherheit & Hinweise

Vorsicht

  • Nicht anwenden bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Bei Gallensteinen ärztliche Rücksprache erforderlich
  • Schwangere sollten die Anwendung meiden

Verträglichkeit

  • In empfohlenen Dosierungen gut verträglich
  • Gelegentlich leichte Magen-Darm-Beschwerden möglich

Lagerung

  • Trocken, kühl und lichtgeschützt aufbewahren
  • Vor Feuchtigkeit schützen

Forschung & aktuelle Themen

  • Klinik: Studien bestätigen Wirksamkeit bei Arthrose und Rückenschmerzen
  • Phytochemie: Harpagosid als Hauptwirkstoff entzündungshemmend
  • Pharmakologie: Hemmt entzündungsfördernde Botenstoffe

Quellen (geprüft am 12.08.2025)

  1. EMA HMPC: Community herbal monograph on Harpagophytum procumbens root. ema.europa.eu
  2. ESCOP Monographs: Harpagophytum procumbens. escop.com
  3. Chrubasik S. et al., 2003: Effectiveness of Harpagophytum in treatment of osteoarthritis. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei bestehenden Magen-Darm-Erkrankungen oder während der Schwangerschaft vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.