Trinkwasser unbedenklich?

Kritische Aspekte – verständlich & faktenbasiert

Behörden bewerten deutsches Leitungswasser überwiegend als sicher. Gleichzeitig zeigen veröffentlichte Untersuchungen, dass Mikroschadstoffe, Arzneimittelreste, Pestizide, hormonaktive Stoffe, PFAS und Schwermetalle im Wasserkreislauf messbar sind und in Kläranlagen teilweise nur begrenzt entfernt werden.

Schadstoffe im Wasserkreislauf sind in Studien nachweisbar und werden in wissenschaftlichen Bewertungen als potenziell gesundheitsrelevant diskutiert.
Vorsorge beim Trinkwasser wird von verschiedenen Fachinstitutionen empfohlen und gilt zunehmend als sinnvoll.

Datenbasis: öffentlich zugängliche Studien & Messprogramme (siehe Quellen unten). Werte gerundet, zur Veranschaulichung.

Belastung ausgewählter Stoffgruppen Beispielhafte Häufigkeit von Nachweisen in ausgewerteten Studien (gerundete Werte)

Arzneimittelrückstände – 70 %

Pestizide – 54 %

PFAS – 42 %*

bis zu 65 %
der untersuchten Stoffe
nicht vollständig entfernt
rund 48 %
zeigen hormonaktive
Eigenschaften in Studien
rund 37 %
PFAS-Befunde über
geplanten Richtwerten*

* PFAS: In Studien werden Konzentrationen gemessen, die über den geplanten zukünftigen Richtwerten liegen.


Wesentliche Fakten & Nachteile

  • Mikroschadstoffe sind weit verbreitet: Nachgewiesen in vielen Flüssen, Seen und Grundwasserquellen.
    (Umweltbundesamt)
  • Gelangen in Trinkwasserressourcen: Belastungen des Rohwassers erhöhen den Aufwand
    für sichere Aufbereitung.
    (Mikroschadstoffe NRW)
  • Kläranlagen kommen an Grenzen: Ohne zusätzliche Reinigungsstufen bleiben kritische Stoffe
    im Ablauf.
    (Wasser-Abwasser)
  • Cocktail-Effekte ungeklärt: Die gemeinsame Langzeitwirkung vieler Stoffe ist wissenschaftlich nicht ausreichend geklärt.
    (LAWA-Bericht)
  • Viele Stoffe ohne feste Grenzwerte: Es existieren nur gesundheitliche Orientierungswerte,
    keine harten Grenzwerte.
    (Gesundheitswert)

Die bekanntesten im Trinkwasser nachgewiesenen Schadstoffe

In unserem Trinkwasser können Spuren verschiedener Stoffe nachgewiesen werden, die aus Industrie, Landwirtschaft, Medizin oder dem täglichen Gebrauch stammen.
Die allermeisten davon liegen zwar nur in geringen Konzentrationen vor, doch ihr regelmäßiges Vorkommen zeigt, wie stark unser Wasserkreislauf belastet ist.

Damit Du einen schnellen Überblick bekommst, welche Stoffgruppen besonders häufig auftreten und was dahintersteckt, findest Du hier einen interaktiven Schadstoff-Filter.
Er hilft Dir dabei:

  • bestimmte Schadstoffgruppen gezielt zu durchsuchen
  • einzelne Substanzen schnell zu finden
  • die Herkunft und Bedeutung jedes Stoffes besser zu verstehen

Die folgende Liste enthält die bekanntesten und am häufigsten nachgewiesenen Schadstoffe, die in Untersuchungen von Trink- und Oberflächenwasser immer wieder auftauchen.

Interaktiver Schadstoff-Filter

  1. Ethinylestradiol
  2. 17β-Estradiol
  3. Diclofenac
  4. Ibuprofen
  5. Paracetamol
  6. Naproxen
  7. Ketoprofen
  8. Carbamazepin
  9. Venlafaxin
  10. Sulfamethoxazol
  11. Clarithromycin
  12. Amoxicillin
  13. Ciprofloxacin
  14. Metoprolol
  15. Atenolol
  16. Furosemid
  17. Bisphenol A (BPA)
  18. Nonylphenol
  19. Phthalate
  20. Mikroplastik
  21. PFOA (PFAS)
  22. PFOS (PFAS)
  23. PFHxA
  24. PFNA
  25. Benzotriazol
  26. Triclosan
  27. DEET
  28. Benzophenon-3 (Oxybenzon)
  29. Perchlorat
  30. Nitrat
  31. Nitrit
  32. Benzo[a]pyren
  33. Dioxine
  34. PCB
  35. Trichlorethylen
  36. 1,4-Dioxan
  37. Glyphosat
  38. Isoproturon
  39. Atrazin
  40. Metolachlor
  41. Chlorpyrifos
  42. Lindan (γ-HCH)
  43. Blei
  44. Cadmium
  45. Quecksilber
  46. Chrom(VI)
  47. Aluminium
  48. Nickel
  49. Uran
  50. Arsen
Diese Stoffe gelten als die am häufigsten im Trinkwasser nachgewiesenen Spurenstoffe. Sie treten zwar meist nur in sehr niedrigen Konzentrationen auf, werden jedoch seit Jahren
intensiv überwacht, weil einige von ihnen langfristige Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben können.
Schadstoffe im Wasserkreislauf sind in Studien nachweisbar und werden in wissenschaftlichen Bewertungen als potenziell gesundheitsrelevant diskutiert.
Die Vielzahl untersuchter Substanzen, offene Fragen zu Kombinationseffekten und begrenzte Langzeitdaten zeigen, dass eine vorsorgeorientierte Betrachtung sinnvoll ist.

Vorsorge beim Trinkwasser wird von vielen Fachinstitutionen empfohlen und kann helfen, das individuelle Sicherheitsgefühl zu stärken.